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Platz haben, um Kind zu sein

Weihnachten 2009: Ein Spielplatz für Rivera Collata

Es war ein ehrgeiziges Vorhaben für die Eltern, die Lehrer, die Kinder und die Handwerker in Rivera Collata, die das diesjährige Weihnachtsgeschenk von monsun von der Idee in die Tat umsetzen sollten: Ein richtiger Spielplatz sollte an einer Stelle des kleinen Schulhofes entstehen, wo bisher unebenes Gelände, Felsen und große Steine den Weg versperrten.

Wo Spielen eine Ausnahme ist

Es ist der größte Wunsch des kleinen Dorfes im Hochland der Anden, den Kindern mehr als einen staubigen Platz zu bieten. "Die Kinder im Dorf arbeiten schon ganz früh sehr viel. Für die Schule, aber auch zuhause auf den Feldern und im Haushalt sind sie täglich gefragt und verrichten teilweise körperlich schwere Arbeiten. Wenn sie mal Zeit haben, spielen sie mit allem, was sie finden - sie sind aktiv und gerne draußen. Es wäre toll, wenn sie ein paar Spielgeräte hätten, sie träumen von solchen Sachen und malen sie auf, wenn wir in der Schule nach ihren Wünschen fragen", berichtet Beltrán Erasmo Castillo Cáceres, der Hochschullehrer der Pädagogischen Hochschule in Puno. Er besucht im Auftrag der regionalen Schulbehörde die Einrichtungen auf dem Land, um die Unterrichtsqualität zu überprüfen und kennt deshalb auch die kleine Grundschule mit dem angeschlossenen Kindergarten in Rivera Collata ganz genau.

Alle helfen mit

Auch in diesem Jahr ist Herrn Castillo Cáceres, unserem Kontaktmann in Puno, die Antwort auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, unser Geschenk verantwortlich zu realisieren, nicht schwer gefallen: "Es ist mein größter Wunsch, etwas für diese Kinder zu tun. Ich mache das gern."

Was in den folgenden vier Wochen geschah, ist beispiellos: Alle helfen mit! Lehrer, Bürgermeister, Direktor und vor allem die Eltern des Dorfes graben in mühevoller Handarbeit Felsen und Steine aus, um den Platz auf dem Schulhof zu ebnen, wo der Spielplatz entstehen soll. Weil Herr Castillo Cáceres neben seinem Beruf als Dozent auch als Bildhauer bekannt ist, nutzt er seine Kontakte zu befreundeten Handwerkern, die teilweise aus alten Teilen und neuem Material Spielgeräte schweißen und lackieren und auf ihren Arbeitslohn verzichten. Das Geld, das dadurch übrig bleibt, nutzt eine bekannte Schneiderei, um Stoffe für einen Klassensatz Sportanzüge zu nähen, mehr als den Materialpreis möchte man nicht verlangen. Für einen besonders günstigen Preis organisiert die Familie einen Satz Schuhe, denn auf dem Land haben Kinder häufig nur die bekannten Sandalen aus Autoreifen, die stabil sind, aber kalt und hart. Die Ehefrau von Herrn Castillo Cáceres kauft süße Brote ein und packt eine große Menge Kakao und Milch ein, denn nur selten bekommen Kinder auf dem Land echten Kakao mit frischer Milch. Der LKW-Fahrer, der den Transport übernimmt, ist peinlich berührt, als man ihm Geld für seinen Dienst anbietet - Benzinkosten ja, aber mehr nicht.

Die Übergabe - ein Fest in Rivera Collata

Zur Übergabe sind alle da - sogar die Verantwortlichen der Schulbehörde haben sich auf den Weg gemacht, um das Engagement der "Asociación monsun" zu sehen, man hatte vom letzten Jahr von dem Kontakt gehört. Zwei Clowns erklären den Kindern, warum Spielen so viel Spaß macht. Bürgermeister, Schulbehörde, Direktor und Herr Castillo Cáceres halten feierliche Ansprachen, mit einer Flasche Bier wird der neue Spielplatz eingeweiht und ein buntes Treiben beginnt.

Die Kinder zeigen traditionelle Tänze, die Eltern helfen beim Anziehen der mitgebrachten Kinderkleidung und kochen in der kleinen Schulküche zwei große Töpfe Kakao, die Lehrer haben ein großes Mittagessen für alle organisiert.

Der Wachdienst und das Protokoll

Zum Schluss der Veranstaltung meldet sich ein Vater zu Wort und erklärt, er habe mit der Direktorin vereinbart, ab jetzt an drei Tagen zum Wochenende in einem Nachbarhaus der Schule zu übernachten. Nicht auszudenken, was die Kinder sagen, wenn jemand die Spielgeräte entwendet oder nachts beschädigt. Die übrigen Nächte sind ebenfalls sicher, ein weiterer Vater meint, er müsse ohnehin im Dorf übernachten, weil sein Hof so weit entfernt liegt, dass er nicht täglich zum Dorf laufen kann. Der Direktor der Schule ist dankbar für den Wachdienst und verspricht, das Gästezimmer herzurichten. Die Lehrer arbeiten eine Hofaufsicht aus, um wechselseitig die Kinder des Kindergartens und der Grundschule in den Pausenzeiten zu beaufsichtigen. Der Bürgermeister des Dorfes übernimmt den offiziellen Teil und fertigt die Einträge in die "Akte" der Schule an, eine Liste, die alle Gegenstände und Arbeiten nachweist, über die als öffentliches Eigentum des Dorfes niemand anders als die Gemeinschaft entscheiden darf. Ein kleines, aber wichtiges Instrument zur Sicherung der Investitionen in die Projektarbeit.

Sie haben Fragen zum Projekt? Dann schreiben Sie uns! Gern berichten wir über die Idee, den Kontakt und die Möglichkeiten, etwas zu bewegen: ##moc.urep-nusnom@ofni## 

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